Mitte der

1880er

 

Glückliche Gründerjahre

 

Vereinzelte Maskenbälle oder humoristische Abende werden an der Konstanzer Fasnacht damals zwar auch von anderen organisiert, jedoch weder im Umfang noch in der Regelmäßigkeit wie nun bei der Elefanten AG.

Als Erstes entstehen Anfang der 1880er Jahre die Elefanten-Herrenabende in verschiedenen Lokalen. Sie werden als Kappenabende mit einem "Elefanten-Lampionsumzug mit Musik" zum jeweiligen Lokal vor der eigentlichen Fasnacht abgehalten. Ab 1889 kommt hierbei sogar ein kleines Feuerwerk hinzu.

Die regelmäßigen Elefantenbälle werden im Festsaal des Inselhotels durchgeführt. Die Maskenbälle finden oft im Kreuzgang des Inselhotels statt. Ab 1888 kommen die Damenabende im "Inselsaale" hinzu, die mit Tanz verbunden waren.

Obwohl in den 1880er Jahren weitere Narrenvereine gegründet werden, finden damals fast alle Veranstaltungen der Elefanten AG in überfüllten Lokalen statt. Dies belegt, wie groß die Nachfrage nach Derartigem ist, und verdeutlichet, warum die Elefanten AG so schnell in der Konstanzer Fasnacht aufsteigt.

Die Einladung zur Generalversammlung 1886 weist explizit auf die Wichtigkeit des Erscheinens hin. "Denn nur bei großer Betheiligung besonders Derer, die thatsächlich bei den Aufführungen theilnehmen, ist es möglich, Befriedigendes zu leisten."

 

 

Des Weiteren wird in der Einladung auch das vieljährige Organ "Der Elephant" erwähnt, welches sich die Elefanten AG seit 1884 als eigene Narrenzeitung leistet. Hier ein Bild des Deckblatts von 1891 (das früheste Exemplar, welches wir noch haben).

 

Immer wieder hält die Elefanten AG im alten Posthof an der Marktstätte während der Fasnachtstage "Ausstellungen" und "Messen" ab. Mit den daraus erzielten Einnahmen versuchen wir die aufwändigen öffentlichen Umzüge zu finanzieren. Diese von der Elefanten AG organisierten Umzüge finden zwischen 1883 und 1895 fast jährlich statt.

Zwar werden schon früh aktuelle Themen und Ereignisse, die viele Menschen bewegten, in der Fasnacht aufgegriffen, quasi ein buntes Kaleidoskop der Weltereignisse. Aber oft handelt es sich auch um historische Umzüge mit malerisch romantischen Bildern, vor allem aus der Stadtgeschichte. Diese "lebenden Bilder" auf den Umzügen sind, trotz aller Eigenleistungen der Mitglieder, sehr teuer in der Erstellung.

So sind am Elefanten-Umzug 1885 400 Personen und 120 Pferde beteiligt.

Angesichts der Kosten für Veranstaltungen reichen die erzielten Einnahmen jedoch nicht aus. Dank eines besonderen Gönners, des Kunstmalers Joseph Vincent, werden die meisten finanziellen Probleme der Gründerjahre allerdings immer gelöst. Er stiftet den Tischelefanten, die Präsidentenglocke und begleicht manche offene Rechnung.

Doch, schon in den Jahren 1882, 1888 (und dann später zu Beginn der Wirtschaftskrise) leidet die Elefanten AG bereits so große finanzielle Not, dass man keinen Umzug organisieren kann.

 

 

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