Geschichte

1880

 

Der Weg zur Gründung

 

Die erste schriftliche Erwähnung der Elefanten läßt sich auf ca. 3.000 vor Christus datieren. Bereits im Alten Testament wurden zwei Elefanten auf der Arche Noah verzeichnet.

218 vor Christus fanden sich 37 Elefanten in Hannibals Gefolge, als er die Alpen überquerte. Gemeinsam fügten sie den Römern die schwerste Niederlage ihrer Geschichte zu.

Ab dem Mittelalter lassen sich auch in Konstanz Zunftessen und ab dem 18. Jahrhundert Maskenbälle nachweisen. Aber insgesamt war die Fasnacht eher eine kurze und durch viele, oft jahrelange, Unterbrechungen gekennzeichnete Erscheinung.

Nachdem im 19. Jahrhundert zuerst in Radolfzell (1841) und dann in Überlingen (1863) Narrenvereine entstanden waren, regte sich auch in Konstanz Ende der 1870er Jahre in der Bevölkerung vermehrt der Wunsch nach einem verstärkten Engagement, das sogar in der lokalen Presse einen Widerhall fand. Die Fasnacht selbst lag jedoch danieder und stand in Verruf. Viele Konstanzer kannten die Narrensprüche nicht mehr, und auf der von nur sehr wenigen Aktiven durchgeführten Straßenfasnacht ging es oft derb, roh und beleidigend zu.

Nach der Reichsgründung 1871 kam es zum Wirtschaftsaufschwung der Gründerjahre und ab 1873 zur lang andauernden Gründerkrise, die auch Konstanz erfaßte. Ferner war die Zeit der Industrialisierung durch rapide technische und soziale Veränderungen mit zunehmenden sozialen Spannungen verbunden. Überdies kam es im Zuge der langwierigen Umsetzung der Reichseinheit zu erheblichen Umwälzungen und politisch-religiösen Konflikten, wie dem Kulturkampf, welche die Gesellschaft spalteten.

Geprägt wurde die Epoche ferner durch den Historismus, eine weit verbreitete Rückbesinnung auf die Geschichte, die bis hin zur Architektur alle Bereiche des damaligen Lebens erfaßte. Auch die Brauchtumspflege stand hoch im Kurs. Hierunter fiel die Fasnacht, die man damals eher Fasching nannte. Angesichts der vielen Probleme wurden die gemeinsame Geschichte und das Brauchtum von zahlreichen Menschen als ein Mittel zur Herstellung einer nationalen wie gesellschaftlichen Einheit gesehen.

Diese Stimmung nutze Konditormeister Carl Otto Noppel zusammen mit Kaufmann Karl Schaller und Kaufmann Michael Federspiel - und die Geschichte der Elefanten AG 1. Konstanzer Karnevalsgesellschaft von 1880 e.V. beginnt.

Da die drei Gründer nicht mehr viel für die kurz bevorstehende Fasnacht tun konnten, zog Noppel mit einem Turban als indischer Maharadscha verkleidet 1880 alleine durch die Lokale und sammelte Spenden für seinen geplanten Elefanten: "Geld braucht´s! Geld braucht´s! Und Zeit braucht´s, Zeit braucht´s, bis der Elefant groß geworden!"

 

Papa Noppel

 

Unser Narrenvater C. Otto Noppel wurde am 24. März 1845 in Radolfzell geboren und ließ sich nach seiner Lehr- und Wanderzeit 1869 in Konstanz als Konditormeister nieder. 1899 ließ er sein Haus in der Brauneggerstraße 17 im damals üblichen Baustil des Historismus erbauen. Er wohnte dort bis zu seinem Tod am 8.11.1921.

Heute befindet sich rechts des Einganges eine Gedenktafel, welche an ihn erinnert.

 

Tafelinschrift: "Erbaut 1899 von C.O. Noppel Geboren am 24. Märze 1845 in Radolfzell. Hier lebte »Papa Noppel« Gründungspräsident und langjähriger Ehrenpräsident der Elefanten AG von 1880 bis zu seinem Tode im Jahre 1921. Er wurde am 11.11. beerdigt." Diese neue Gedenktafel aus Metall wurde im Jahr 2010 vom Elferrat und Heimatschützer Wolfgang Rolle erneuert. Die Ausführung übernahm dankenswerter Weise kostenlos Tilo Ganz von der Metallbaufirma Schmidlapp und Ganz.

 

Namensgebung - Elefanten AG

 

Neben dem Elefanten selbst deuten auch alle anderen damals verwendeten Utensilien auf die britische Kronkolonie Indien hin. Der Elefant stand 1880 wie die Kolonialwaren, die man zu dieser Zeit in den vielen Kolonialwarenläden erwerben konnte, für das Exotische schlechthin.
Das später immer wieder verwendete Symbol des ledernen Elefanten war ein von Herrn Vincent gestifteter, im "Oberen Kees" auf dem Stammtisch stehender, kleiner Aschenbecher in Form eines Tischelefanten. Mit auf dem Bild die Präsidentenglocke, um sich in angeregten Diskussionen Gehör zu verschaffen. Beide Insignien sind heute noch im Konstanzer Stadtarchiv zu besichtigen.

 

Der Namenbestandteil "AG" rührt von einer gestifteten wertlosen Aktie einer bankrotten Konstanzer Baugesellschaft her. Aktiengesellschaften waren in den 1870er Jahren allgemein groß in Mode gekommen.

 

 

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